FAQ Cryptomarkt und Investments

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Zunächst sollte allgemein der Unterschied zwischen verschiedenen Börsen oder Exchanges geklärt sein: eine Börse ist ein zentraler, meist digitaler, Handelsplatz, an dem Marktteilnehmer*innen nach einer festgelegten "Marktordnung" verschiedene Vermögenswerte (engl.: "Assets") oder Verpflichtungen (engl.: "Liabilities"), Finanzkontrakte verschiedener Art, Derivate, aber auch Sachgüter kaufen, verkaufen sowie (ver-)leihen können. Dabei ist es nötig, zu wissen, welches Gut an welchem Markt gegen welche FIAT-Währungen gehandelt wird.

An den Wertpapierbörsen werden Unternehmensanteile in Form von Aktien, Anleihen oder Derivaten gehandelt; als Beispiele seien hier genannt die "Frankfurter Wertpapierbörse" (Index: DAX), die "SIX Swiss Exchange" (Index: SMI) und die "New York Stock Exchange" (Index: DJIA).

Ein anderes Beispiel sind Warenbörsen, an denen Güter wie Agrarprodukte, Fleisch, Rohstoffe, Metalle, u.v.m. getauscht werden. Zu ihnen zählen z.B. die "Chicago Mercantile Exchange", die "London Commodity Exchange" oder die "Energy Exchange Austria".

Kryptowährungen hingegen werden prinzipiell wie Währungen auf dem dezentralen Devisenmarkt (engl.: Forex) gehandelt. Die herkömmlichen "Währungsmärkte" werden von Zentralbanken, größeren Kreditinstituten, aber auch von großen Unternehmen des Nicht-Bankensektors geführt. Auf dem Devisenmarkt werden verschiedene Währungen miteinander getauscht - dies funktioniert wie bei allen Gütern per Angebot und Nachfrage; so auch bei Kryptowährungen auf den diversen Exchanges.

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FAQ / Cryptomarkt und Investments

Auswahl eines Exchange / einer "Börse" - Was sollte ich beachten?

Als Erstes sollte sichergestellt sein, dass man beim gewählten Exchange überhaupt FIAT-Währungen (Euro, US-Dollar, etc.) in Krypto-Währungen eintauschen kann. Dies ist bei den meisten in Form von US-Dollar möglich; für Einzahlungen in Euro bieten sich Exchanges wie z.B. "Coinbase" oder "eToro" an. Darüber hinaus können nicht alle Kryptowährungen auf allen Exchanges gehandelt werden - es existieren schlichtweg zu viele Coins, um wirklich alle zu erfassen und nach ihrer (teilweise sehr geringen) Wertigkeit miteinander ins Verhältnis zu setzen. Außerdem sind nicht alle Coins, vor allem welche mit niedrigem Wert bzw. niedriger Marktkapitalisierung, direkt miteinander konvertibel. So gut wie alle können jedoch z.B. in Bitcoin getauscht werden, sodass man oft den Umweg über eine solche "Leitwährung" gehen muss, was eine zusätzliche Transaktion und damit eine zusätzliche, mehr oder weniger geringe, Gebühr erfordert.

Auf welchen Plattformen kann man also in Kryptowährungen investieren? Es gibt mittlerweile eine Menge solcher Plattformen; jede hat unterschiedlich viele Coins in der Auswahl und unterschiedlich hohe (oder gar keine) Gebühren: eToro, Coinbase, Binance, Crypto.com, Bitfinex, Robinhood, Quantfury, Kraken, Coinmama, u.v.m.. Einige davon sind reine Crypto-Plattformen (z.B. Binance), auf anderen lassen sich neben Kryptowährungen auch Aktien handeln (z.B. eToro oder Quantfury).

Da sich alle Trading-Plattformen einem sich noch entwickelnden Markt gegenübersehen, bei dem viele Regularien, wie man sie vom klassischen Aktienmarkt kennt, noch nicht entwickelt wurden bzw. sich erst in der Entwicklung befinden, kommt es beispielsweise durch Aktualisierungsmaßnahmen oder aber auch durch Hacker-Angriffe immer mal wieder zu Unregelmäßigkeiten bei z.B. Ein- und Auszahlungen, der Identifikations-Verifizierung oder dem Steuerrecht. Um solchen Unregelmäßigkeiten vorzubeugen, gilt es, sich genau über die jeweilige Investment-Plattform zu informieren, aktuelle Berichte und Vergleiche zu lesen und, vermutlich am wichtigsten von allem, Ruhe zu bewahren. Es fällt selbst den erfahreneren Crypto-Tradern schwer, bei allem den Überblick zu behalten. Hat man sich für eine der vertrauenswürdigen Trading-Plattformen entschieden, lohnt es sich, den jeweiligen Newsletter zu abonnieren und nach aktuellen Beiträgen (Blogs, Videos, etc.) von anderen Personen zu suchen, die sich in der noch sehr jungen Crypto-Welt womöglich besser auskennen.

Was ist DeFi?

DeFi (engl.: Decentralized Finance) beschreibt die Implementierung von Funktionen des Finanzmarktes auf Kryptowährungen, wobei die Transaktionen dezentral, also ohne zentrales Register auf den Computern der Nutzer*innen verteilt, stattfinden, dokumentiert und so in die jeweilige Blockchain eingespeist werden. Bei den angebotenen Produkten des dezentralen Finanzewesen handelt es sich um bekannte Finanzidienstleistungen wie das Ausstellen und Aufnehmen von Krediten, um den Derivatehandel mit Indizes oder Futures, allgemein um Zahlungsabwicklungen oder auch um Anleiheformen sowie Venture Funds, bei denen Coins (oder allgemein: Vermögen) gegen eine verzinsliche Vergütung für z.B. Start-Ups oder andere Unternehmen als Kapital bereitgestellt werden.

All diese Finanzmarkt-Operationen werden dezentral durchgeführt, d.h. Finanzdienstleister wie z.B. Börsen entfallen als Mittlerinstanz, da die Funktionen einer solchen Instanz wie z.B. Transaktionsbereitstellung und -abwicklung, aber auch Überprüfung durch die Blockchain-Technologie selbst übernommen werden. Das erspart Vermittlungskosten und beschleunigt die Durchführung der Transaktion.

Crypto-Funds

Ähnlich der riesigen Anzahl an verschiedenen Coins gibt es ebenso eine Vielzahl an Fonds, in denen man sein Vermögen diversifiziert investieren kann. Je nach Typ beinhalten solche Index- oder Investment-Funds eine breite Palette an Kryptowährungen, nur eine geringe Auswahl der wertvollsten bzw. am meisten gehandelten Coins oder auch gemischte Assets aus Kryptowährungen und herkömmlichen Unternehmensaktien. Dabei kann es sich um Fonds handeln, bei denen aktive, menschliche Trader oder Computer-Programme entscheiden, welche Coins zu welchen Anteilen enthalten sind, ob permanent Kryptowährungen gehalten oder während einer Phase des Bärenmarktes wieder in FIAT-Währungen (oder Unternehmensaktien) getauscht werden. Außerdem existieren auch Venture Capital Funds, bei denen die Vermögen von Investoren gesammelt werden und in aufstrebende Unternehmen mit hohem Wachstums- und Renditepotenzial investiert werden.

Index-Funds sind Fonds, die je nach Typus mehrere Kryptowährungen in verschiedenen Anteilen enthalten. Dabei können ausschließlich Coins enthalten sein, aber auch Unternehmensaktien z.B. von Firmen, die intensiv mit der Blockchain-Technologie arbeiten. Index Funds streuen das Risiko, tragen aber dennoch ein erhebliches Verlustrisiko, da die Währungen des Crypto-Marktes streng miteinander korrelieren, d.h. wenn die Coins mit den größten Marktkapitalisierungen (z.B. Bitcoin oder Ethereum) an Wert verlieren, sinken auch die Werte kleinerer Kryptowährungen oft nur zeitversetzt. Daher bieten sich sog. Hedged-Funds an, die während eines Bärenmarktes die Möglichkeit bieten, von Kryptowährungen zu FIAT-Währungen oder zu Unternehmensaktien zu wechseln, um so den möglichen Verlust zu reduzieren oder beinahe ganz zu eliminieren.

Venture Capital Funds existieren auch im Blockchain-Bereich, d.h. man investiert seine Coins in einen Pool, in dem Vermögen gesammelt wird und dann an Unternehmen mit erwartet hoher Rendite investiert wird. Im Gegenzug erhält man einen Teil des Profits oft in Form eines speziellen Token, den man zum gewünschten Zeitpunkt eintauschen kann, um sich seinen Anteil am Vermögens-Pool auszahlen zu lassen. Dies gleicht einer Zins- oder Renditezahlung bei gewöhnlichen Venture Capitals mit FIAT-Währungen. Natürlich besteht auch hier das Risiko, dass die Unternehmen, in die investiert wurde, keine Gewinne abwerfen und der Vermögens-Pool am Ende kleiner ist als zu Beginn.

Mining vs. Staking

Eine weitere Möglichkeit des Investments stellen das Mining (Proof of Work, [PoW]), besser aber noch, das Staking (Proof of Stake, [PoS]) dar. Durch jeweils einen dieser Prozesse werden neue Blöcke für die jeweilige Blockchain generiert und freigegeben. Man erhält als Gegenleistung einen Anteil der im Block anfallenden Transaktionsgebühren sowie einen Anteil der neu erschaffenden Coins. Beim Mining wird oft zusätzliche Hardware, ein schneller Prozessor mit einer sehr guten Grafikkarte und eine enorme Strommenge benötigt, da der Computer algorithmische Rätsel zur Validierung des neuen Blocks lösen muss, welche mit zunehmender Länge der Blockchain immer komplexer werden. Dies führt dazu, dass die Rendite bei den bekannten Coins wie z.B. Bitcoin aktuell negativ ist, da es unabhängig von den eventuellen Anschaffungskosten der Hardware mehr Stromkosten verursacht, als man bei laufenden Kursen für den Anteil der Coins und Transaktionsgebühren erhalten würde.

Eine kostengünstigere und profitable Variante bietet das Staking. Hierbei werden schon vorhandene Coins, ähnlich einer Festgeldanlage im FIAT-Bereich, an ein Staking-Wallet für einen festgelegten Zeitraum abgegeben. Anhand dieser Anteile wird durch eine Kombination aus Zufallsauswahl, Menge des Vermögens und Alter der Coins (wie lange sie schon für das Staking verfügbar sind) entschieden, welcher Anteilseigner bzw. Pool den nächsten Block validiert und somit die festgelegte Entlohnung erhält. Dieses Verfahren ist auf die Dauer der Länge der Blockchain wesentlich kostengünstiger, da es viel weniger Energie als das Mining benötigt.

Das Delegated Proof of Stake (DPoS) ist eine Variation des Staking, bei dem Anteilseigner des Staking-Pools ihre Coins an die Blockchain anordnen ("delegieren"), anstatt sie wie beim einfachen PoS an ein Staking-Wallet zu senden. Der Vorteil liegt darin, dass man die Kontrolle über die eigenen Coins behält, d.h. sie bleiben während des Staking im eigenen Wallet. Dadurch ist die Möglichkeit ausgeschlossen, dass unseriöse Staking-Pools das eingezahlte Vermögen veruntreuen.

Wie betreibe ich Risikomanagment richtig?

Eine allgemein gülltige Antwort auf diese Frage gibt es leider nicht. Als Faustregel gilt wie bei anderen Investitionen auch hier die Diversifikation. Um Verluste zu minimieren (aber auch den möglichen Profit), kann es hilfreich sein, in verschiedene Fonds zu investieren, welche nicht nur Kryptowährungen enthalten bzw. die Möglichkeit bieten während fallender Crypto-Preise in FIAT-Währungen oder Unternehmensanteile zu wechseln; anstelle einer Fond-Investitionen kann man das natürlich auch selbst übernehmen. Es kostet aber viel Zeit und ist für den passiven Investor (Hodler) oft zu zeitaufwendig.

Außerdem ist zu beachten, dass Investment-Funds häufig von nur einzelnen Personen geführt werden, denen man sein Vermögen anvertraut. Darüber hinaus hat man bei einigen solcher Fonds keine Kontrolle mehr über seine Investition und kann diese erst zu einem festgelegten Zeitpunkt wieder auflösen.